SCHMERZSPRECHSTUNDE IM KINDERZENTRUM PELZERHAKEBN

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SCHMERZSPRECHSTUNDE IM KINDERZENTRUM PELZERHAKEBN2018-12-11T11:33:47+00:00

SCHMERZSPRECHSTUNDE IM KINDERZENTRUM PELZERHAKEN

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Unse­re Schmerz­sprech­stun­de – was kön­nen wir leis­ten?

Mit unse­rer Schmerz­sprech­stun­de wol­len wir Kin­der und Jugend­li­che mit einem hohen Chro­ni­fi­zie­rungs­ri­si­ko einer geziel­ten und Mecha­nis­men gerech­ten Behand­lung zufüh­ren.

Chro­ni­sche Schmerz­syn­dro­me sind kei­ne ein­zel­ne Enti­tät, son­dern beru­hen auf unter­schied­lichs­ten, meist psy­cho­so­zia­len und funk­tio­nel­len patho­phy­sio­lo­gi­schen Mecha­nis­men. Also nicht jeder Pati­ent benö­tigt Medi­ka­men­te, Injek­tio­nen, Phy­sio­the­ra­pie oder Psy­cho­the­ra­pie, eini­ge Pati­en­ten jedoch alle die­se The­ra­pie­ver­fah­ren (mul­ti­moda­le inter­dis­zi­pli­nä­re The­ra­pie). Gera­de bei Kin­dern und Jugend­li­chen ist das sozia­le Umfeld und die Rol­le der Eltern im Krank­heits­ge­sche­hen zu beach­ten und in die The­ra­pie­pla­nung mit ein­zu­be­zie­hen.

Durch unse­re kom­ple­xe schmerz­me­di­zi­ni­sche, funk­tio­nel­le und psy­cho­so­zia­le Dia­gnos­tik wol­len wir geziel­te The­ra­pie­plä­ne erar­bei­ten und Kin­der und Jugend­li­che in der The­ra­pie beglei­ten.

Ziel­grup­pe – Wel­che Kin­der für die Schmerz­sprech­stun­de

Hin­wei­se für eine Indi­ka­ti­on zur Schmerz­sprech­stun­de sind:

  • Pati­en­ten mit lang­an­hal­ten­den, wie­der­keh­ren­den und dau­er­haf­ten  Schmer­zen:
  • Kopf­schmer­zen
  • Bauch­schmer­zen
  • Schmer­zen Bewe­gungs­sys­tem (z.B. Rücken­schmerz)
  • Gene­ra­li­sier­ter Schmerz

Dabei ließ sich kei­ne bzw. kei­ne aus­rei­chen­de Erklä­rung für den Schmerz fin­den, bzw. eine bestehen­de Erkran­kung erklärt nicht das Aus­maß an Schmerz und/oder Ein­schrän­kung.

Der Schmerz ver­ur­sacht signi­fi­kan­te Ein­schrän­kun­gen der Teil­ha­be (Schu­le, Sport, All­tag, etc.) und führt zur hohen, aber oft erfolg­lo­sen Inan­spruch­nah­me medi­zi­ni­scher Leis­tun­gen. 

Im Leben des Pati­en­ten und der Fami­lie scheint es fast nur noch um den Schmerz zu gehen (Lebens­in­halt Schmerz).

Schmerz bei Kin­dern und Jugend­li­chen – Ein Pro­blem?

Chro­ni­sche Schmer­zen bei Kin­dern und Jugend­li­chen sind nicht sel­ten. 

Die meis­ten Schmer­zen sind kurz­le­big und remit­tie­ren von allein bzw. nach adäqua­ter Behand­lung der Grund­krank­heit. 

Über chro­ni­sche Schmer­zen kla­gen jedoch ca. 62% der 3–6-Jährigen und 84% der 14–17-Jährigen. Jün­ge­re Kin­der lei­den ver­mehrt unter Bauch- und Kopf­schmer­zen, bei älte­ren kom­men Schmer­zen im Bewe­gungs­sys­tem dazu, wäh­rend der Bauch­schmerz abnimmt. Bei ca. 15% der Pati­en­ten bestehen Schmer­zen min­des­tens 1x/Woche, ca. 40% suchen auf­grund der Schmer­zen einen Arzt auf, über 10% häu­fig oder immer. Mehr als 10% der Kin­der und Jugend­li­chen neh­men regel­mä­ßig Analge­ti­ka. 

Fragt man Erwach­se­ne mit dann meist schwe­ren chro­ni­schen Schmerz­syn­dro­men, wer­den oft schon Dau­er­schmer­zen seit dem Kin­des­al­ter berich­tet.

Chro­ni­scher Schmerz – was steckt dahin­ter?

Die Schmerz­me­di­zin wur­de auf Grund­la­ge des Models der Schmerz­krank­heit ent­wi­ckelt. Auf­grund eines anhal­ten­den  nozi­zep­ti­ven Inputs kommt es im peri­phe­ren wie zen­tra­len nozi­zep­ti­ven Sys­tem zu einer funk­tio­nell ver­än­der­ter Schmerz­ver­ar­bei­tung (Sen­si­ti­vie­rung), spä­ter durch struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen zu einer dau­er­haf­ten Beein­träch­ti­gung der Schmerz­mo­du­la­ti­on. Die Pati­en­ten ent­wi­ckeln eine Schmerz­über­emp­find­lich­keit (Hyperal­ge­sie), reagie­ren mit Schmer­zen auf nicht schmerz­haf­te Rei­ze (Allo­dy­nie) und haben Schmer­zen ohne spe­zi­fi­sche Aus­lö­ser. Die­se Pati­en­ten reagie­ren in der Regel nicht mehr auf klas­si­sche The­ra­pie­ver­fah­ren bzw. berich­ten immer nur über kurz­zei­ti­ge Ver­bes­se­rung durch the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­men. 

Schmerz­chro­ni­fi­zie­rung bis hin zur Ent­wick­lung einer eigen­stän­di­gen Schmerz­krank­heit fin­det zum Glück nur bei einer Min­der­heit der Pati­en­ten statt (ca.10%). Die Ursa­chen für die­sen Pro­zess sind mul­ti­fak­to­ri­ell. Wich­tig ist die früh­zei­ti­ge Erken­nung und The­ra­pie der Risi­ko­pa­ti­en­ten.

Dr. med. Kay Nie­mier

Dr. Nie­mier wird ab sofort die Schmerz­sprech­stun­de in unse­rem SPZ durch­füh­ren. Er ist seit über 10 Jah­ren Schmerz­the­ra­peut, arbei­tet dabei mit Erwach­se­nen, Kin­dern und Jugend­li­chen. Neben der kli­ni­schen Arbeit hat er ein aka­de­mi­sches Inter­es­se ins­be­son­de­re an der funk­tio­nel­len Schmerz­the­ra­pie und Schmerz­er­kran­kun­gen des Bewe­gungs­sys­tems. In die­sem Zusam­men­hang hat er meh­re­re Bücher ver­öf­fent­licht und publi­ziert regel­mä­ßig in wis­sen­schaft­li­chen Zeit­schrif­ten.

 

Die Anmel­dung zur Schmerz­sprech­stun­de erfolgt über

Kin­der­zen­trum Pelz­erha­ken
Zum Leucht­turm 4
23730 Neu­stadt in Hol­stein
Tel. 04561 71090
Fax 04561 7109200

verwaltung@kinderzentrum-pelzerhaken.de