Leit­spruch

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Im Gegen­satz zu den Reha­bi­li­ta­ti­ons­kli­ni­ken wur­den sozi­al­päd­ia­tri­sche Kli­ni­ken und sozi­al­päd­ia­tri­sche Zen­tren vor allem für die Betreu­ung von Kin­dern mit pri­mä­ren Ent­wick­lungs­stö­run­gen und ihren Fami­lien kon­zi­piert. Es geht nicht um Reha­bi­li­ta­tion son­dern um Habi­li­ta­tion. Bei­ der Habi­li­ta­tion geht es eben nicht dar­um, die durch ein Trau­ma ver­lo­ren gegan­ge­nen Funk­tio­nen wie­der­her­zu­stel­len, son­dern einem Kind mit Ent­wick­lungs­stö­run­gen neue Funk­tio­nen und Fähig­kei­ten ent­spre­chend sei­nen indi­vi­du­el­len Mög­lich­kei­ten zu ver­mit­teln.

Dem­ent­spre­chend lau­tet auch unser Leit­spruch: „Von Mög­lich­kei­ten zu Fähig­kei­ten!“ Dabei ist die Ein­be­zie­hung von Fami­lie und Umfeld von grund­le­gen­der und unver­zicht­ba­rer Bedeu­tung, was eben eine sozi­al­päd­ia­tri­sche Sicht­weise aus­macht.

Kin­der und Jugend­li­che mit Ent­wick­lungs­stö­run­gen, Mehr­fach­be­hin­de­run­gen und chro­ni­schen Krank­hei­ten ste­hen im Zen­trum unse­rer Arbeit. Unser Ziel ist es, den best­mög­li­chen Weg für die Dia­gnos­tik, Behand­lung, För­de­rung und sozia­le Inte­gra­tion des Kin­des und Jugend­li­chen zu fin­den und dabei die Fami­lie so zu stär­ken, dass eine Sta­bi­li­tät ent­steht mit adäqua­ten Umge­bungs­be­din­gun­gen für alle Mit­glie­der der Fami­lie.

Wir arbei­ten inter­dis­zi­pli­när und fach­über­grei­fend um Stö­run­gen der Ent­wick­lung, Erkran­kun­gen oder ungüns­tige Umge­bungs­be­din­gun­gen früh­zei­tig erken­nen zu kön­nen. Dabei bie­ten wir sowohl ein­ma­lige Unter­su­chun­gen und Bera­tun­gen an als auch eine dau­er­hafte Betreu­ung.

Die Ver­än­de­rung der gesell­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen in den 40 Jah­ren seit der Grün­dung des Kin­der­zen­trums spie­gelt sich auch wie­der in den Auf­ga­ben­stel­lun­gen. Stich­worte für die ver­än­der­ten Umge­bungs­be­din­gun­gen sind: Leis­tungs­druck ab der Schwan­ger­schaft und dann ohne Unter­bre­chung. Ver­wäs­serte oder feh­lende Ori­en­tie­rung. Indi­vi­dua­li­sierte Gesell­schaft. Hoher Anteil an über­for­der­ten Men­schen. Kein Platz in der Gesell­schaft für eine gro­ße Grup­pe von Men­schen, vor allem aus dem Bereich der schwa­chen Bega­bung und Lern­be­hin­de­rung. Hoher Anteil psy­chisch kran­ker Eltern. Rück­gang der Nach­frage an die Klas­si­ker zum sozia­len Lernen(Pfadfinder, kirch­li­che Grup­pen, Feu­er­wehr etc.). Ver­än­derte gesell­schaft­li­che Ori­en­tie­rung und Ein­bin­dung. Staat­li­che Kon­troll­sys­teme in Alarm­be­reit­schaft und Hilf­lo­sig­keit.

Das Kin­der­zen­trum Pel­zer­ha­ken will nicht nur ein Sym­bol sein für die gute medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung von Kin­dern mit Stö­run­gen der Ent­wick­lung und/oder Behin­de­run­gen. Wir ste­hen auch für ein Men­schen­bild und ein Gesell­schafts­bild. Wir arbei­ten in jedem ein­zel­nen Fall dar­an, dass jedes Kind und jeder Jugend­li­che ver­stan­den wird in sei­ner Indi­vi­dua­li­tät oder sei­nem Stö­rungs­bild und dass jeder, ob Kind oder Erwach­se­ner, einen selbst­be­wuss­ten Platz in der Gesell­schaft fin­det, der mit Stolz aus­ge­füllt wer­den kann.

In unse­ren Zie­len ste­hen wir in Ein­klang mit unse­rem Trä­ger, dem pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­band Schles­wig-Hol­stein.